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29.08.12 - 10:37 Uhr

Häufigster Streitpunkt unter Nachbarn ist der Lärm

Zwar seien die gesetzlichen Anforderungen an den Schallschutz in den letzten Jahrzehnten erheblich verschärft worden. Sie würden jedoch nur für Neubauten gelten, nicht für Bestandsgebäude. Baue der Eigentümer aber nachträglich das Dachgeschoss zu einer neuen Wohnung aus, könne der Mitbewohner verlangen, dass die zum Zeitpunkt des Ausbaus geltenden Grenzwerte für den Trittschall eingehalten werden. Tausche der Wohnungseigentümer den Teppichboden gegen Parkett aus, müsse das Parkett nur den Trittschallschutz gewährleisten, der dem ursprünglich festgelegten Schallschutzniveau des Gebäudes entspreche.

 „Allerdings hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden, dass der Störer verpflichtet ist, den ursprünglichen Schallschutz wieder herzustellen, wenn die Veränderung des Bodenbelages zu Trittschallbelästigungen der darunter liegenden Eigentumswohnung führt, die über das bei einem geordneten Zusammenleben unvermeidliche Maß hinausgeht“, erklärt Kaisers.

 Der Lärm spielender Kinder müsse in gewissem Umfang von Hausbewohnern natürlich hingenommen werden. Wann dieses Maß überschritten sei, hänge von dem jeweiligen Einzelfall ab. „Die Eltern trifft eine erhöhte Aufsichtspflicht, vor allem während der Ruhezeiten, also mittags zwischen 13 und 15 Uhr und abends ab 22 Uhr bis zum nächsten Morgen um 07.00 Uhr. Lachen, Weinen und Schreien von Kleinkindern muss aber als natürliches Verhalten grundsätzlich hingenommen werden“, so Kaisers. Dies gelte auch für den von Kindern auf einem Spielplatz ausgehenden Lärm.

 Die Hausbewohner dürften in ihrer Wohnung Musik machen und hören. Dabei müsse, ebenso wie bei der Musik-Ausübung, auf die Nachbarn Rücksicht genommen werden. Hausordnungen könnten zeitliche Beschränkungen enthalten. Während der Ruhezeiten müsse Zimmerlautstärke eingehalten werden. „Das bedeutet, dass die Geräusche in den angrenzenden Wohnungen nur noch geringfügig zu hören sein dürfen,“ heißt es beim Mieterverein.

 Kaisers rät :“Wer sich vom Lärm der Nachbarn beeinträchtigt fühlt, wendet sich zunächst an den Störenfried. Bleibt das ohne Erfolg, ist der Ansprechpartner für den Mieter sein Vermieter, der sich darum kümmern muss, dass der Mieter nicht über das übliche Maß hinaus gestört wird. Wer sich erfolgreich wehren will, sollte in jedem Fall ein Lärmprotokoll anfertigen“.