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04.09.12 - 10:37 Uhr

In Gießen ist bezahlbarer Wohnraum für Studenten knapp

Besonders Erstsemester hätten es schwer, eine Unterkunft zu finden. Im vergangenen Jahr drängten 516.000 an die Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland. In diesem Jahr werden wieder über ½ Million erwartet. Ein großer Teil von ihnen wisse heute noch nicht, ob er einen der begehrten Studienplätze in seinem Wunschfach bekomme. Noch weniger wüssten viele, an welcher Hochschule sie ihr Studium aufnehmen können Mancher bekomme erst kurz vor Semesterbeginn Bescheid. Dann sei der örtliche Wohnungsmarkt meist leer gefegt. Und selbst wer die Zusage für den begehrten Studienplatz schon frühzeitig in der Tasche hat, habe große Zugangsschwierigkeiten zum studentischen Wohnungsmarkt. Denn wenn er weit vom zukünftigen Studienort entfernt wohne, könne er nicht einmal kurz zu einer Wohnungsbesichtigung anreisen. Teure Reisekosten passten nicht ins enge Budget des Studienanfängers. Wer nicht rechtzeitig vor Ort sein kann, habe dann oft schlechte Karten.

 „Bessere Chancen hat ein Student, der mit den Verhältnissen am Studienort vertraut ist. Viele Angebote werden nicht in der Zeitung oder im Internet inseriert. Das Beste ist oft schon durch Werbung von Mund zu Mund weg“, so Kaisers. 

„Wer eine preiswerte Unterkunft sucht, wird zuerst nach einem freien Platz in einem Studentenheim fragen. Über die Vergabe der raren 2457 Studentenheim-Plätze in Gießen entscheidet das Studentenwerk Dort ist das Wohnen immer noch am preiswertesten“ meint der Mietervereinschef. Die Mieten würden sich, je nach Wohnform, für ein Apartment von 210 bis 240 Euro und ein Doppelapartment 195 bis 220 Euro pro Person bewegen.  Familienwohnungen lägen 420 Euro inklusive aller Nebenkosten Im Schnitt koste die Miete dort 208 € im Monat. Die Chance, einen Platz zu bekommen, sei jedoch gering und sinke umso mehr, je näher der Semesterbeginn heranrückt. Die Wartelisten seien lang.

Kaisers kritisiert deshalb die hessische Landesregierung, die die Entwicklung vollends verschlafen habe. Hessen sei stolz auf die wachsende Zahl der Studenten im Land, habe aber seine finanziellen Mittel für die Studentenwerke in den letzten Jahren sogar gekürzt. Er verlangt deshalb eine kräftige Aufstockung, denn die Zahl der Studenten werde in den nächsten Jahren nicht zurückgehen.

 „Den meisten bleibt Studierenden nur die Suche auf dem freien Wohnungsmarkt. Klein-Appartments und Kleinst-Wohnungen für Singles übersteigen meist das studentische Budget. Die studentische Wohngemeinschaft ist dann die einzige Chance auf eine bezahlbare Unterkunft. Studienanfänger haben nur dann eine Chance auf einen Platz in einer Wohngemeinschaft, wenn einzelne Mitglieder aus bestehenden WG’s ausscheiden. Derartige Angebote sind in der Regel am schwarzen Brett am Eingang zu den Hochschulinstituten zu finden“, rät Kaisers.

 In Gießen seien die Aussichten auf dem Wohnungsmarkt für Studenten nicht so dramatisch wie in manchen Großstädten wie München, Köln oder Frankfurt, aber auch hier zeige sich der Markt für studentische Wohnungen angespannt. „Viele Studenten weichen deshalb ins städtische Umland aus, was aber mit Mobilitätskosten verbunden ist“, sagt der Mietervereinsvorsitzende.