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13.11.13 - 10:17 Uhr

Sicher sparen und Wohnungsbau unterstützen

Da ist zum Beispiel der Spar- und Bauverein Solingen. Dort erhalten Sparer aktuell 1,5 Prozent Zinsen plus 14 Prozent Bonus auf die im jeweils aktuellen Jahr eingezahlte Sparleistung. Zur Orientierung: Die Top-Konditionen einiger Banken für vergleichbare Sparpläne liegen momentan bei knapp über 1 Prozent , aber ohne Bonus.

Interessant auch die Angebote der Berliner Bau- und Wohnungsgenossenschaft von 1892. Fürs regelmäßige Einzahlen ab 50 Euro im Monat gibt es beispielsweise 1,73 Prozent im Jahr. Ab dem dritten Sparjahr kommen noch Prämien obendrauf, die mit den Jahren bis zu 50 Prozent auf die Einzahlungen ansteigen. Die Gewoba Nord aus Schleswig bietet noch mehr: Ab 500 Euro Einlage auf zwei Jahre wird der Sparer mit 2,25 Prozent Festzins belohnt, auf sechs Jahre gar mit 3,25 Prozent. So lässt sich der Inflationsrate, die im Oktober bei 1,2 Prozent lag, tatsächlich die Stirn bieten und noch ein wenig Gewinn machen.

Eigentlich ist das Kerngeschäft der Wohngenossenschaften mit Namen wie "FamilienheimFreiburg" oder "Frohe Zukunft Halle" der Bau und die Verwaltung günstiger Wohnungen für ihre Mitglieder. Zusätzlich betreiben aber derzeit 49 der bundesweit etwa 2000 Gesellschaften eine eigene Spareinrichtung und verzinsen Spareinlagen wie Festzinsverträge oder Sparbücher. Sie sind damit formal auch Kreditinstitute. Warum sie das tun, liegt auf der Hand: So können sie sich günstiger mit frischem Kapital versorgen als über Bankdarlehen. Sparer sind bereits ab zehn Euro monatlich dabei. Tagesgeldangebote gibt es grundsätzlich nicht.

Für den Sparer ist es etwas mühsam, solche Gesellschaften wie die ChemnitzerSiedlungsgemeinschaft, Einheit Erfurt oder den Spar- und Bauverein Konstanz mit langer Tradition zu finden, denn sie machen keine Werbung. Wer sich für ihre Sparangebote interessiert, muss selbst aktiv werden, die einzelnen Genossenschaften suchen und vergleichen. Eine Übersicht aller Offerten gibt es nicht. Jede Genossenschaft hat eigene Zinssätze. Und die Unterschiede sind groß. In Hessen gibt es übrigens nur zwei Anbieter, in Wiesbaden und Frankfurt.

Bei allen gilt: Niemand muss Mieter sein, um sein Geld anzulegen. Die meisten Genossenschaften stehen allen Sparern offen, oft auch online. Zunächst muss man Mitglied werden und einen Pflichtanteil erwerben. Die Kosten dafür liegen zwischen fünf und 25 Euro, manchmal auch bei 300 oder 1000 Euro. Wird die Einlage aufgelöst, bekommen die Kunden das Geld zurück, in der Regel gut verzinst. Wichtig ist: Wer anlegt, sollte darauf achten, sich nicht allzu langfristig fest zu binden. Ziehen die Zinsen wieder an, ist sonst die Chance auf kurzfristigen Ausstieg und mehr Rendite verbaut.

Um die Sicherheit der Ersparnisse müssen sich Anleger keine Sorgen machen. Die Kundengelder sind sicher. Die Genossenschaften stehen dafür mit ihrem Immobilienbestand gerade. Im Gegensatz zu normalen Geldinstituten vergeben sie keine riskanten Kredite, halten sich von spekulativen Finanzmanövern fern und müssen auch nicht Millionengehälter an Bankvorstände zahlen. Die Spareinlagen werden in die Modernisierung oder den Neubau von Wohnungen investiert.

Kontrolliert werden die Wohnungsunternehmen von der Berliner Bankenaufsicht Bafin.

Aufpassen sollten Sparer bei Offerten von Wohnungsgenossenschaften, die keine Spareinlagen annehmen, aber Beteiligungen am Unternehmen verkaufen. Solche Angebote sind riskant, weil sie nicht der staatlichen Aufsicht unterliegen.