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29.09.11 - 09:58 Uhr

Kritik an neuerlicher Anhebung der SWG-Fernwärmepreise

 

Auf Kritik beim Mieterverein stößt die neuerliche Preisanhebung der Fernwärmepreise durch die Stadtwerke Gießen AG. Diesmal bittet das stadteigene Unternehmen ihre Kunden im zweistelligen Bereich  (17 bzw. 24 Prozent) zur Kasse.

Die Mieterschaft sei überproportional von der Preispolitik der Fernwärmeversorgungsunternehmen betroffen, da der Anschluss an Wärmenetze gerade in Siedlungsbereichen mit Mehrfamilienhäusern erfolgt. Dort sei die Mietquote besonders hoch. Zahlreiche Mieter der Wohnbau Gießen müssten nun wieder tief in die Tasche greifen und dabei gehörten sie selten zu den Besserverdienenden.

Der bislang nicht liberalisierte und kaum regulierte Fernwärmesektor werde für die Mieterschaft zu einem immer größeren sozialen Problem, da die sogenannte „Zweite Miete“ einen beträchtlichen und in der Tendenz steigenden Kostenblock darstellt. „In der nicht unwesentlich von Fernwärmeversorgung geprägten Stadt Gießen (23.000 von insgesamt 75.000 Einwohnern werden mit Fernwärme beliefert) müssen wir uns ständig dem Thema Energiepreisentwicklung widmen. Hierbei ist der Fernwärmesektor auch wegen der Intransparenz ein besonderes „Sorgenkind“, meint Kaisers.

Erstaunlich sei, dass die Preissprünge nur leicht abweichend an die jeweilige Entwicklung des Gaspreises und damit indirekt an den Ölpreis gekoppelt seien, obwohl die Wärme der Stadtwerke neben Erdgas auch aus anderen Primärenergieträgern (z.B. Holz und Biogas) erzeugt wird. Noch bei der Inbetriebnahme der Restmüllverwertungsanlage TREA sei der Öffentlichkeit in Aussicht gestellt worden, dass sich die neue Anlage preisdämpfend auf die Fernwärmepreise auswirken werde. Beim Mieterverein verweist man auch darauf, dass für die Stadtwerke in vielen Produktionsstätten Erträge aus der gleichzeitigen Stromproduktion in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) anfallen würden, was sich beim Fernwärmepreis im Gegensatz zum Gaspreis eigentlich preismindernd auswirken sollte. 

Der Mieterverein verlangt von den Stadtwerken, ihre Preise für Gas und für die Fernwärme endlich transparent zu machen, um jeglichen Verdacht eines Preismissbrauchs aufgrund des lokalen Monopols auf dem Fernwärmesektor auszuräumen.

„Fernwärme ist aus ökologischer Sicht sinnvoll. Das darf aber nicht dazu ausgenutzt werden, dass sich Energieanbieter auf Kosten der Kunden ungerechtfertigt bereichern. Solange die Preisbildung der Stadtwerke undurchsichtig bleibt, kann in Gießen ein solcher Missbrauch nicht ausgeschlossen werden“, heißt es in der Presseinformation des Mietervereins. Den SWG-Fernwärmekunden rät man, der Preisanhebung zu widersprechen oder die Zahlung nur unter dem Vorbehalt einer Prüfung der Angemessenheit zu leisten. Eigentlich sei das ein Fall für die Landeskartellbehörde.