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05.02.14 - 09:19 Uhr

Jobcenter stellt Situation zu rosig dar

Über die Zahl der Fälle, wie oft das Jobcenter die Absenkung der Unterkunftskosten nach sechs Monaten verfügt hat, spreche Herr Herrmann leider nicht. Auch würde es die Öffentlichkeit interessieren, wie oft seine Dienstelle, trotz Überschreitung der sehr eng gesetzten Grenzen für die KdU, diese übernimmt, obwohl der Leistungsempfänger keine Wohnung zu den „angemessenen Kosten“ gefunden hat. Das sei nämlich die seltene Ausnahme und nicht die Regel, wie das Interview glauben machen will.

„Das zentrale Problem ist der selbstverordnete Sparzwang, der im Jobcenter herrscht. Aus dem Grund wurden im Jahre 2012 in einem Gutachten der Firma „Analyse und Konzept“ Mietpreisrichtwerte für den Landkreis und die Stadt Gießen ermittelt, die mit der Realität auf dem Wohnungsmarkt wenig zu tun haben, merkt der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers, kritisch an. Ca. 3000 Bedarfsgemeinschaften im Landkreis hätten 2013 eine Verfügung zur Senkung ihrer Wohnkosten erhalten. Das habe zu großer Verunsicherung geführt. Was soll man tun, wenn es Mietwohnungen zu den vom Jobcenter festgelegten Wohnkosten kaum noch gibt, zumindest in der Stadt, fragen viele Leistungsempfänger ? Da kommen bei manchen schon berechtigte Ängste vor einem „Schlafplatz unter der Brücke“ auf. Der Mieterverein erinnert das Jobcenter daran, dass es zur Sicherung eines menschenwürdigen Daseins verpflichtet sei. Dazu zähle das Grundbedürfnis eines Menschen nach Wohnen, ein zentraler Teil des sozial-kulturellen Existenzminimums.