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04.08.14 - 09:11 Uhr

Mieter und Wohnungswirtschaft sind die Verlierer der EEG-Novelle

Wer zukünftig Solarmodule oder eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) neu installiere, der müsse für jede kWh, die er selbst verbraucht, 30 % der EEG-Umlage, d. h. zurzeit 1,58 Cent, bezahlen, ab 2016 35 % und ab 2017 40 %. Bislang sei der Eigenverbrauch von Strom von der Umlage befreit gewesen. Es werde sich nicht mehr lohnen, in neue Anlagen zu investieren, beklagen die Kritiker der neuen Regelung.

„Für Eigenheim-Besitzer hingegen, die eine Photovoltaik unter 10 kWh-Leistung errichten wollen, bleibt alles beim Alten. Sie werden von der EEG-Umlage weiterhin befreit. Solche „Kleinanlagen“ sind in der letzten Zeit deutlich billiger geworden, und je geringer die Leistung ist, desto höher fällt die Quote für den Eigenverbrauch aus. Das rechnet sich“, so Stefan Kaisers, der Vorsitzende des Mietervereins.

Neben den neuen Eigenverbrauchsregeln stößt auch das Aus für das so genannte „Grünstrom-Privileg“ auf Kritik. Wer Strom aus erneuerbaren Energien beziehet, bekomme bei der EEG-Umlage bislang unter bestimmten Voraussetzungen einen Nachlass in Höhe von 2 Cent. Werde der Strom zudem dort erzeugt, wo er verbraucht wird, entfallen auch Netzentgelte, Konzessionsabgabe und Stromsteuer. Dies zusammen ermögliche es Immobiliengesellschaften, Versorgern und Energiegenossenschaften, so genannte „Mieter-Strom-Tarife“ anzubieten. „Das sind preisgünstige Lieferverträge, bei denen ein Teil der Energie aus Solaranlagen stammte, die auf den jeweiligen Hausdächern installiert sind. So können auch Mieter vom günstigen Sonnenstrom profitieren, die selber keine Möglichkeit haben, ein eigenes Solarsystem zu installieren“, erläutert Kaisers.

Mit der EEG-Novelle habe die Bundesregierung den Rabatt bei der EEG-Umlage jedoch gestrichen. „Die Bundesregierung lässt die Mieter im Regen stehen“, kritisiert man beim Mieterverein.

Die Zahl der Immobilien, bei denen sich solche Modelle rechnen, schrumpfe mit der Novelle. Die auch sozialpolitisch wünschenswerte Gleichstellung von Mietern bei der Energiewende werde so verfehlt.

„Hier ist eine Nachbesserung des Gesetzes unbedingt notwendig“, verlangt der Mietervereinsvorsitzende.