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11.08.14 - 09:10 Uhr

Bei hohen Raumtemperaturen können Mieter die Miete mindern oder fristlos kündigen

Auch die Kündigung eines Mieters, dessen Räume sich über mehrere Monate auf mehr als 35° C aufheizten, ging in Ordnung. Sobald der Mieter den Vermieter auf extrem hohe Temperaturen in der Wohnung aufmerksam gemacht habe, könne ihm auch ein Mietminderungsrecht zustehen. Ist es in den gemieteten Räumen heißer als im Freien, sprächen die Gerichte von einem Mangel. Wie stark die Miete gemindert werden könne, hänge jeweils vom Einzelfall ab. „Ob ein Mangel vorliegt, beurteilt sich nicht nach den subjektiven Empfindungen des Mieters oder seinem Gesundheitszustand. Ist „die obere Grenze des Behaglichkeitsbereiches“ überschritten, so das Kölner Oberlandesgericht, kann sich der Mieter wehren.“ Die Richter sahen das bei einer länger andauernden Zimmertemperatur von 26° C als gegeben an.

Viele Gerichte vertreten die Auffassung, dass der Vermieter die bautechnischen Voraussetzungen in einer Mietwohnung schaffen müsse, um die Räume herunterkühlen zu können. Der Vermieter müsse für einen den Regeln der Technik entsprechenden sommerlichen Wärmeschutz sorgen. „Der Vermieter kann auch nachträglich noch für Abhilfe sorgen, indem er beispielsweise Außenjalousien anbringt“, meint der Mietervereinsvorsitzende, Stefan Kaisers, und ergänzt: „Will der Mieter selbst eine Markise als Sonnenschutz anbringen, braucht er wegen dieser baulichen Veränderung die Zustimmung des Vermieters. Der muss seine Zustimmung erteilen, wenn die Beeinträchtigung seines Eigentums recht gering und der Mieter in seinem üblichen Wohngebrauch zu stark eingeschränkt ist.“