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22.07.14 - 17:13 Uhr

Mieterverein weist auf Dilemma der Wohnungsversorgung in Gießen hin

 

“Die gute Prognose für den Kauf von Wohnimmobilien in der Stadt Gießen, die das Wirtschaftsforschungsinstitut Pognos in einer Studie abgibt, lockt Bauträger an, um neue Eigentumswohnanlagen zu erreichten. Aber nur, wenn diese Wohnungen nicht von den Eigentümern selbst genutzt werden, stehen sie dem Mietwohnungsmarkt zur Verfügung. Sollte das der Fall ist, wollen die Investoren eine gute Rendite erwirtschaften. Das heißt, solche Quartiere sind hochpreisig – Kaltmieten von 9-12 Euro/qm werden keine Seltenheit sein”, sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

Damit sei aber vielen Mietern in der Stadt nicht geholfen, denn die könnten diese hohen Mieten nicht bezahlen: Studenten, Rentner, Alleinerziehende, Menschen mit kleineren Einkommen. Für sie würden bezahlbare Wohnungen gebraucht, die es in Gießen aber immer weniger gibt. Denn die Wohnbau Gießen GmbH und andere Gesellschaften modernisiere ihren Wohnungsbestand aufwendig und treibe damit die Mieten in die Höhe. Kaisers stellt fest: “Neue Sozialwohnungen werden dringend benötigt, aber keiner baut sie hier. Dabei ist der Bau von Sozialwohnungen kein Monopol der kommunalen Wohnungsgesellschaften. Der Mieterverein kritisiert den Magistrat, der die Möglichkeiten des Planungsrechtes nicht nutzt, um auch private Bauinvestoren dazu anzuhalten, in ihren Wohnungsprojekten anteilig Sozialwohnungen zu errichten. Andere Kommunen sind da längst weiter als Gießen.”

So werden sich die Wohnraumversorgungsprobleme in der Stadt weiter verschärfen, was sich schon bald beim Wintersemesterbeginn zeigen wird. Bereits heute führt die Entwicklung zu einer schleichenden Gentrifizierung und zur Verdrängung von Mietern ins Umland.