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01.07.14 - 17:13 Uhr

Größenangabe der Wohnung im Mietvertrag nötig

„Die Wohnfläche wirkt sich auf die Betriebskosten und Mieterhöhungen aus. Doch eine einheitliche Berechnungsgrundlage gibt es in Deutschland dafür nicht. Ebenso wenig muss ein Mietvertrag Informationen über die Größe einer Wohnung enthalten. Weil es keine gesetzliche Regelung dazu gibt, hat sich der Bundesgerichtshof (BGH) mehrfach eingeschaltet hat. Danach gilt der Grundsatz, dass die angegebene Wohnungsgröße im Mietvertrag max. um 10 % von der tatsächlichen Wohnfläche abweichen darf. Bleibt die Abweichung unterhalb dieser Marke, müssen dies Mieter so hinnehmen. Ist die Differenz größer, ist eine im Mietvertrag mit 80 m² ausgewiesene Wohnung also tatsächlich nur 71 m² groß, dann hat der Mieter das Recht, seine Miete um den entsprechenden Prozentsatz zu mindern (BGH, Az. VIII ZR 295,03.)“, erklärt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

Um der Gefahr einer Mietminderung zu entgehen, schreiben aber die wenigsten Vermieter die Wohnungsgröße in den Mietvertrag.

Eine Quadratmeter-Angabe im Mietvertrag sei nämlich keineswegs nur eine unverbindliche Beschreibung der Wohnung, sondern gelte als eine so genannte „Beschaffenheitsvereinbarung“: Vermieter und Mieter legten damit verbindlich ein wesentliches Merkmal der Wohnung fest. Auch das Wörtchen „ca.“ vor der Quadratmeter-Angabe ändere nichts an deren Verbindlichkeit.

Wenn nun die tatsächliche Wohnfläche als Maßstab gelten solle, dann müsse auch geklärt werden, wie diese Zahl ermittelt werde. Denn wie die Wohnfläche einer Wohnung berechnet wird, ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt.

„Lediglich für öffentlich geförderte Wohnungen existieren Vorschriften: Bei Mietverträgen ab dem 01.01.2004 findet die „Wohnflächenverordnung“ (WoFlV) Anwendung. Viele Gerichte ziehen diese Regelwerke auch im frei finanzierten Wohnungsbau als Maßstab heran, sofern nicht im Mietvertrag eine andere Berechnungsgrundlage vereinbart wurde. Wenn nun der Gesetzgeber dafür sorgen will, dass nur die tatsächliche Wohnungsgröße maßgeblich ist, wäre das im Sinne der Mieter und es würde manche Streitigkeit vermeiden“, meint man beim Mieterverein.