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30.06.14 - 17:12 Uhr

Mieterverein rät zur Vorsicht bei der Wohnungssuche im Internet

In Internet-Portalen wie „wg-gesucht.de“ oder auch „ImmobilienScout24.de“ werden teilweise auffallend günstige Wohnungsangebote unterbreitet. Die Konditionen und Bilder sehen verlockend aus. Die Miete ist günstig, die Kautionsforderung akzeptabel. Aber oft stimmt schon die Adresse nicht, was man als Ortsunkundiger nicht merkt. Der Mietvertrag wird dem Mietsuchenden per E-Mail zugeschickt. Zur Vertrauensbildung wird oft zwischen dem Wohnungsanbieter und dem Interessenten ein Austausch der Kopie des Reisepasses vereinbart, insbesondere dann, wenn ersterer im Ausland wohnt. Ist die Vertrauensbasis hergestellt, soll der Mietinteressent die erste Miete und die Kaution per Finanzdienstleister, wie z. B. Western Union, zahlen, weil der Vermieter sein Konto im Ausland hat.

„Nach erfolgter Zahlung schnappt dann die Falle zu. Der Mietinteressent will die Wohnung besichtigen und muss feststellen, dass sie gar nicht existiert. Und der Anbieter meldet sich auch nicht mehr. Seine E-Mail-Adresse ist unter falschen Angaben angelegt, hinter der Telefonnummer steckt ein Phantom. Das Geld ist weg, und der Polizei gelingt es nur selten, solche Mietbetrügereien aufzudecken“, weiß der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

Wie kann man sich schützen? Beim Mieterverein rät man dem Mieter, niemals Zahlungen zu leisten, bevor man nicht in der Wohnung gewesen ist und am besten den Schlüssel dazu hat. „Ein Mietvertrag, hinter dem kein berechtigter Vermieter steckt, ist nichts wert“, sagt Kaisers. Die Weitergabe persönlicher Dokumente wie die Kopie des Reisepasses sei ein weiteres Problem, denn die Mietbetrüger arbeiten oft in organisierten Banden, die auch Identitätsdiebstahl betreiben. Ausweiskopien könnten ihnen dazu dienen, weitere Delikte zu begehen.

Im Blog „wohnungsbetrug.blogspot.com“ seien inzwischen 12.000 E-Mail-Adressen von Betrügern und zahlreiche verdächtige Anzeigen aufgelistet. Das Portal „ImmobilienScout24“ nehme monatlich hunderte Wohnungsangebote mit Betrugsverdacht von seinen Seiten, aber ein kompletter Überblick aller kriminellen Offerten sei bei der Vielzahl der neuen Wohnobjekte kaum möglich. Das Portal „wg-gesucht.de“ prüft alle eingehenden Angebote mit Hilfe eines technischen Filters im Voraus. Aber es wird nicht alles erfasst. Über gelöschte Anzeigen, erhalten die Nutzer eine Information.

„Betroffene sollten immer zuerst die Polizei verständigen, bevor sie auf Immobilienseiten ihren Fall melden. Solange der Betrüger keinen Verdacht schöpfe, bleibe er online und hinterlasse dort Spuren“, rät der Mieterverein.