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04.12.11 - 10:32 Uhr

Mieterverein warnt: Wohnsituation für Senioren verschlechtert sich

 

Immer mehr Ältere müssten sich darauf einstellen, vom Wohnungsmarkt „abgekoppelt“ zu werden. Grund seien eine zunehmende Altersarmut sowie ein viel zu geringer Bestand an altersgerechten und bezahlbaren Wohnungen. „Für einen Großteil der Menschen, die innerhalb der nächsten Jahre in Rente gehen, wird das Wohnen zum Problem werden. Sie können sich ihre jetzige Wohnung dann einfach nicht mehr leisten“, zitiert der Mietervereinsvorsitzende Stefan Kaisers aus der Studie. „Bezieht man das auf die Wohnsituation in Gießen, so erscheinen Brutto-Mietpreise (Mietzins + alle Betriebskosten) von über 9 Euro pro Quadratmeter wie in der Seniorenwohnungsanlage der Wohnbau an der Eichgärtenallee als unakzeptabel. Solche Preise werden Rentner schon bald nicht mehr bezahlen können, da ihre Mietbelastung bereits heute vielfach bei über 40 Prozent des Monatseinkommens liegt,“ meint Kaisers.

 Die Altersarmut werde wachsen, weil immer mehr Menschen mit so genannten gebrochenen Erwerbsbiografien in Rente gehen werden. So werden im Jahre 2020 mehr als 930.000 Rentner in Deutschland auf die staatliche Grundsicherung im Alter angewiesen sein. Ihre Zahl werde damit in diesem Jahrzehnt dramatisch steigen – um mehr als 125 %. Jeder 20. Rentner müsse dann vom sozialen Netz aufgefangen werden. Phasen von Arbeitslosigkeit, Niedriglöhne und dauerhaft geringfügige Beschäftigungen seien für sinkende Rentenbezüge verantwortlich. Dies werde in den kommenden Jahren gravierende Auswirkungen auf die Wohnsituation älterer Menschen haben. Hinzu kämen steigende Mieten und Heizkosten. „Diese Entwicklung macht eine Gegensteuerung in der Wohnungsbaupolitik notwendig. Der  Bund und vor allem die eigentlich für Wohnungspolitik zuständigen Länder sind gefordert. Ansonsten steht Deutschland ein enormer Mangel an bezahlbaren Senioren-Wohnungen ins Haus“, erklärt der Mietervereinsvorsitzende. Um dem demografischen Wandel Rechnung zu tragen, müsse in den kommenden Jahren in erheblichem Maße neu gebaut und modernisiert werden. Anderenfalls drohe eine „graue Wohnungsnot“ – und damit die soziale Ausgrenzung Älterer beim Wohnen.