Sie verwenden einen veralteten Browser mit Sicherheitsschwachstellen und können daher diese Webseite nicht nutzen.

Hier erfahren Sie, wie einfach Sie Ihren Browser aktualisieren können.

26.11.13 - 10:22 Uhr

Kostenumlage-Modell nach einer energetischen Gebäudemodernisierung ungerecht

 

Die energetische Vollmodernisierung koste nach Angaben der Wohnungswirtschaft durchschnittlich 200 Euro pro Quadratmeter. Für eine 70 Quadratmeter große Wohnung könne das eine Mieterhöhung von mehr als 128 Euro im Monat bedeuten (14.000 Euro Modernisierungskosten für eine 70 Quadratmeter große Wohnung, davon 11 Prozent, das bedeutet 1.540 Euro pro Jahr und somit 128,33 Euro pro Monat).

„Der Mieter – und nicht der Vermieter – zahlt also die Modernisierung, und zwar während des gesamten Mietverhältnisses. Ob bzw. in welchem Umfang Mieter von dieser Modernisierung einen Vorteil haben, spielt keine Rolle“, sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

Mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD sei festzustellen, dass man die Probleme erkannt habe. Die Pläne, die Modernisierungsumlage auf höchstens 10 Prozent statt bisher 11 Prozent zu reduzieren, und zwar längstens bis zur Amortisation der Material- und Handwerkerkosten, würden in die richtige Richtung weisen. Aber letztlich gingen sie nicht weit genug und würden neue Fragen aufwerfen.

„Wir fordern von der Bundesregierung, dass die jetzige Mieterhöhungsregelung des § 559 BGB abgeschafft wird. Stattdessen soll bei Mieterhöhungen auf die ortsübliche Vergleichsmiete der energetische Zustand des Hauses oder der Wohnung stärker berücksichtigt werden. Für eine Übergangszeit, bis sich höhere Mieten beispielsweise in Häusern mit einem besseren energetischen Zustand herauskristallisiert haben, sollen Mieterhöhungen vom Erfolg der energetischen Modernisierung abhängig sein. Je mehr Energie und Kosten gespart werden können, desto höher soll danach der Zuschlag auf die bisherige Miete ausfallen dürfen“, meint man beim Mieterverein.

Wenn eine kurzfristige Verständigung nicht möglich sei, sollten CDU/CSU und SPD eine Arbeitsgruppe einsetzen, die Vorschläge zur Neuordnung der Bestimmungen der energetischen Gebäudesanierung erstellt, insbesondere wie die Modernisierungskosten sozial gerecht auf Vermieter, Mieter und Staat aufgeteilt werden könnten. Die Drittelung der Kosten sei ein gutes Modell. Denn nicht nur der Mieter profitiere, wenn er geringere Heizkosten zahlen müsse, sondern auch der Vermieter. Schließlich steige der Wert seiner Immobilie und damit würden sich die Vermarktungschancen verbessern. Und der Staat komme seinem Ziel des verringerten Co2-Ausstoßes näher.