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11.03.14 - 10:39 Uhr

Energetische Modernisierung mit Wärmedämmverbundsystem aufwändig und teuer

Die Fassadendämmung ist der aufwändigste und fast immer teuerste Weg zur Energieeinsparung und er amortisiert sich für die Mieter, die im Durchschnitt nur 5-7 Jahr in einer Wohnung bleiben, kaum. Ihre Heizkosteneinsparung ist deutlich geringer als der Anstieg der Kaltmiete wegen der Modernisierungskosten. Ein kleines Rechenbeispiel, das der Bauingenieur und Professor an der Hochschule Hildesheim aufmacht, sollten sich die Investoren vor Augen halten, wenn sie den vollmundigen Versprechungen der Anbieter energetischer Modernisierungsmaßnahmen begegnen:

Ein Einfamilienhaushalt hat Gesamtheizkosten von 2.500,- Euro/Jahr. Angenommen wird, dass der Energieverlust eines Einfamilienhaus über die Fassade 25 Prozent des gesamten Energieverbrauchs beträgt. Das maximal denkbare Einsparvolumen, was die Fassade betrifft, beträgt also 625,- Euro/Jahr. Mit einem Wärmedämmverbundsystem lassen sich aber keine 100 Prozent der auf die Fassade entfallenden Wärmeverluste verhindern, sondern nur maximal 2/3. Das heißt, das Einsparvolumen beträgt also nur noch 400,- Euro/Jahr. Die Anbringung des WDVS für das Haus erfordert eine Investition von 20.000 Euro. Wenn aber jährlich nur 400,-Euro Energiekosten eingespart werden können, bedeutet das: erst in 50 Jahren hat sich die Investition „gerechnet“. Dabei sind die zukünftigen Steigerungen der Energiekosten (6% p.a.?) und die langfristige Verzinsung der Investitionskosten (3% p.a. ?) noch nicht berücksichtigt. Die Differenz verkürzt die Amortisationszeit auf vielleicht 35 Jahre. In dieser Spanne muss das Wärmedämmverbundsystemdann aber so funktionieren, dass daran keine Reparaturen anfallen. Sonst geht die Rechnung nicht auf und die Wirtschaftlichkeit tritt erst später ein.

Welcher Schluss ist daraus zu ziehen ? Die meisten energetischen Maßnahmen sind aus wirtschaftlicher Sicht allenfalls nur dann sinnvoll, wenn eine begleitende bauliche Maßnahme ohnehin fällig ist. Und zur Energieeinsparung bei Gebäuden gibt es verschiedene Möglichkeiten, die genau auf ihr Kosten-/Nutzenverhältnis geprüft werden müssen. Die Erneuerung der Heizung, die Dämmung der obersten Geschossdecke sowie der Kellerdecke schneiden dabei durchweg besser ab als die Fassadendämmung. Sie sollten deshalb im Vordergrund stehen und nicht die Außendämmung.