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18.12.12 - 10:04 Uhr

Wer haftet im Falle des Brandes von Adventsgestecken und Weihnachtsbäumen

„Kommt es zu einem Brand, steht für Schäden aus Haushalt grundsätzlich die Hausratversicherung ein. Voraussetzung ist, dass der Versicherte nicht grob fahrlässig gehandelt hat. So entschied beispielsweise das Oberlandesgericht Frankfurt (Az.: 3 U 104/05), grob fahrlässige handele, wer die erforderliche Sorgfaltspflicht in besonders schwerem Maß verletzt und schon einfache, nahe liegende Überlegungen nicht anstellt sowie nicht beachtet, was im gegebenen Fall jedem einleuchten muss. In dem Verhalten eines Au-pair-Mädchens der Mieterfamilie, das dem fünfjährigen Sohn eine Wunderkerze ansteckte, sah das Gericht keine grobe Fahrlässigkeit. Der Junge rannte mit der Kerze zum Weihnachtsbaum, der sofort Feuer fing, und verursachte so einen Brandschaden von knapp 218.000 Euro,“ sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

 Anders sei es aber, wenn jemand Wunderkerzen direkt am Weihnachtsbaum entzünde und dadurch ein Feuer ausbreche. Das, so das Landgericht Offenburg (Az.: 2 O 197/02), sei grob fahrlässig. Komme es zu einem Brand, weil ein Achtjähriger mit dem auf dem Esszimmertisch liegenden Feuerzeug Teelichter entzündet, könne dem Kind, dessen Gedanken einen Tag vor Weihnachten von der Frage beherrscht gewesen sei, welche Weihnachtsgeschenke es bekommen werde, wodurch seine Fähigkeiten zu vernünftigem Verhalten eingeschränkt gewesen seien, kein Vorwurf gemacht werden, aber sehr wohl den Eltern. Sie müssten in diesem Fall haften, so das Landgericht  Bielefeld  (Az. 21 S 166/06).