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23.09.14 - 10:00 Uhr

Stadt Gießen bei Gebühren für Hausmüllentsorgung recht teuer

 

 - Kosteneinsparpotentiale besser nutzen - 

 

„Die Gebühren für die Abfallentsorgung in Gießen sind deutlich höher als in vielen Städten Hessens. Das ergab schon eine vergleichende Gebührenstudie des Hessischen Rechnungshofes im Jahr 2011. Vergleichend untersucht wurden damals die sog. Sonderstatusstädte, das heißt Kreisstädte, die aber eine erhebliche Verwaltungsautonomie besitzen“, erklärt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

 

„Nun hat der Hessische Rechnungshof die fünf Großstädte in Hessen bezüglich ihrer Müllentsorgungsgebühren untersucht. Für eine Modellfamilie  mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern, die in einem Einfamilienhaus wohnen, und bei denen ein Müllgefäß von 120 Liter für den Restmüll (plus grüne und blaue Tonne für Bio- und Papierabfall) vierzehntägig geleert wird, liegt Kassel weit an der Spitze der Kosten: 738,36 Euro/Jahr. Alle anderen Kommunen wie Frankfurt, Offenbach, Darmstadt oder Wiesbaden liegen deutlich dahinter - zwischen 331,- und 364,- Euro. In der Stadt Gießen liegen die Gebühren bei 248,-Euro/Jahr. Da ist zwar weniger, aber immer noch viel, wenn man den Aspekt berücksichtigt, dass in den Großstädten der personalaufwändige „Fullservice“ praktiziert wird. Das heißt, die Abfallgefäße werden vom Entsorgungspersonal auf die Straße gestellt und nach der Leerung  ins Haus zurück. In Gießen liegt diese Aufgabe bei den Bürgern.

 

Dabei gäbe es durchaus auch Einsparpotential, um die Kosten für die Abfallbeseitigung zu senken und das Geld an die Bürger zurückfließen zu lassen. Darauf verweist jetzt der Mieterverein. Das geplante neue Wertstoffgesetz werde es im nächsten Jahr den Städten und Landkreisen ermöglichen, den gelben Sack (bzw. die gelbe Tonne) für die Wertstoffe einzusparen. Wertstoffe, also Plastik oder Aluminium aus der Verpackung könnten eigentlich schon heute in die graue Reststofftonne gegeben werden.

Die Erfahrung lehrt, dass die Mülltrennung von den Bürgern ohnehin nicht sorgfältig vorgenommen wird. 50 Prozent der gelben Säcke sind falsch gefüllt und enthalten noch anderes als Verpackungen. Auch den Verpackungsabfall in die graue Reststofftonne zu geben, erscheint deshalb sinnvoll.

Denn mit Hilfe moderner Infrarot-Technik lasse sich inzwischen der Kunststoff aus dem Restmüll auslesen. Zur Zeit aber wandert der Inhalt der Reststofftonnen aus der Stadt und dem Landkreis Gießen gleich in die Müllverbrennung nach Frankfurt. Das aber ist alles andere als ökologisch und schon gar nicht ökonomisch. Schließlich kostet die Beschaffung der gelben Säcke, ihre Verteilung und Einsammlung viel Geld und treibt die Abfallgebühren nach oben. Der Landkreis Kassel geht für sich von einem Einsparvolumen von 1 Mio. Euro/Jahr aus, er strebt die Abschaffung der gelben Säcke an.

 

„Stadt und Landkreis Gießen müssen sich etwas einfallen lassen, um zu einer kostengünstigeren Lösung bei der Abfallentsorgung des Hausmülls zu kommen. Nur so kann man im Ranking der hohen Abfallgebühren von einem der Spitzenplätze herunterkommen“, heißt es beim Mieterverein.