Mitgliedschaft
Mieterzeitung
Wie Sie uns finden
Heizkostencheck

Giessen, den 02.12.2010

Gutachten bestätigt : Rund 200 Mietnomadenfälle in den letzten 5 Jahren

„Diese Zahlen belegen, es existiert kein nennenswertes Mietnomadenproblem in Deutschland, wie immer wieder öffentlich suggeriert wird. Die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Mietrechtsänderungen zur Bekämpfung des Mietnomadentums sind demnach überflüssig und müssen zurückgenommen werden\",  kommentierte der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers, die erste wissenschaftliche Untersuchung zu Mietnomaden.

 Weil Vermieter- und Maklerverbände von 15.000 bis 30.000 Mietnomadenfällen pro Jahr berichteten, hatten CDU, CSU und FDP schon im Koalitionsvertrag vereinbart, das Mietnomadenproblem wirksam zu bekämpfen. Mangels belastbaren Materials aus den Vermieter- und Maklerverbänden selbst und angesichts erheblicher Zweifel an den behaupteten Fallzahlen bei Fachleuten, Richtern, Deutschem Mietgerichtstag und Deutschem Mieterbund beauftragte das Bundesbauministerium die Forschungsstelle Immobilien an der Universität Bielefeld mit einer wissenschaftlichen Untersuchung und Klärung der Frage, wie viele Mietnomaden es tatsächlich in Deutschland gibt.

Bevor die Wissenschaftler ihre Ergebnisse veröffentlichten, legte das Bundesjustizministerium aber schon Anfang Oktober diesen Jahres Vorschläge zur Änderung des Mietrechts vor. Zur Vermeidung von Mietnomadenfällen soll zum Beispiel ein neuer Kündigungstatbestand geschaffen werden.

Kaisers meint dazu: „Die Ergebnisse der vom Bundesbauministerium beauftragten Untersuchung sind peinlich für die Koalition und die Bundesregierung. Sie sind einer Mär von zigtausend Mietnomaden in Deutschland aufgesessen und haben Mietrechtsänderungen vereinbart, geplant und formuliert, ohne irgendwelche begründeten Tatsachen zum Ausmaß dieses angeblichen ‚Problems\' zu haben. Klar ist, wir brauchen keine neuen Gesetze. Vermieter brauchen Hilfe im Einzelfall, zum Beispiel schnellere Gerichtsverfahren.\"

 

Druckversion