Mit Kamerafahrzeugen ist der Internetdienst „Google Streetview“ derzeit in Deutschlands Städten und Gemeinden unterwegs. Die Fotos von Straßen und Häusern sollen dann ins Netz gestellt werden.

" />
Mitgliedschaft
Mieterzeitung
Wie Sie uns finden
Heizkostencheck

Gießen, den 23.03.2010

Big Google is watching you

Gesichter von Passanten und Kennzeichen fotografierter Autos sollen nach Auskunft von Google zwar automatisch unkenntlich gemacht werden. Der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers, rät aber den Eigentümern : \"Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte jedoch auch Widerspruch gegen die Veröffentlichung entsprechender  Fotos einlegen. Mieter sollten ihren Vermieter darauf aufmerksam machen, denn auch sie sind betroffen.\" Sollte eine Person oder ein Auto dennoch erkennbar sein, würden sie - so Google - dann vollständig von den Fotos entfernt.


Kaisers meint dazu : \"Die Fotos selber sind das Problem , weil sie einen massiven Eingriff in die Privatsphäre darstellen. Es ist ein Unterschied, ob ein Foto in einem privaten Album klebt oder im weltweiten Netz jederzeit und von jedem eingesehen werden kann. Wir erleben eine völlig neue Dimension der globalen Digitalisierung. Banken könnten die Bilder nutzen, um die Kreditwürdigkeit eines Kunden einzuschätzen. Auch zum Ausspionieren lukrativer Einbruchsobjekte eignen sich die Bilder.\" Die Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner meinte zum Problem: „Branchenriesen wie Facebook, Apple, Google oder Microsoft können im Internet ganze Persönlichkeitsprofile erstellen. Sie wissen, wofür wir uns interessieren, was wir kaufen, wohin wir verreisen, wo wir wohnen und mit wem wir befreundet sind. Manche Verbraucher werden dadurch richtig interessant für die Wirtschaft, andere landen womöglich auf schwarzen Listen oder bekommen Schwierigkeiten bei der Jobsuche. Verstehen Sie mich nicht falsch, als Elektrotechnikerin kann ich mich für Innovationen sehr begeistern. Aber alles hat seine Grenzen: Bei manchen Erfindungen wie etwa der Gesichtserkennungs-Software für Foto-Handys zur Identifizierung von Menschen auf der Straße läuft es mir kalt den Rücken runter. Selbst George Orwell hätte sich das nicht träumen lassen.\"

Wer sich selbst, sein Auto oder/und das Haus nicht im Internet wiederfinden will, könne der Veröffentlichung der Bilder vorsorglich widersprechen. Die Adresse des Hauses reiche jedoch nach Angaben des Verbraucherschutzministeriums nicht aus. Damit das Gebäude  unabhängig von der genauen Hausnummer identifiziert werden könne, müsse es außerdem näher beschrieben werden.
Der Mieterverein verweist darauf, dass das Verbraucherschutzministerium (BMELV) ein Musterschreiben (Musterwiderspruch „Google Streetview\") veröffentlicht habe, mit dem Bürgerinnen und Bürger der Veröffentlichung der Fotos formlos widersprechen können. Darin werde Google aufgefordert, die entsprechenden Daten zu löschen. Der Brief könne per Mail oder per Post versendet werden und zwar an :

  • streetview-deutschland@google.com
  • Google Germany GmbH, Betr. Street View, ABC-Straße 19, 20354 Hamburg

 

 

Druckversion