„Es war ja erfreulich, dass die Stadtwerke Gießen (SWG) ihre exorbitanten Gaspreisanhebungen von ca. 30 Prozent aus dem Jahr 2008 und vom Januar 2009 zurückgenommen, - ausnahmsweise einmal kundenfreundlich sogar rechtzeitig vor Beginn der laufenden Heizperiode. Aber der neuerliche Preisanstieg zum 1. April ist ärgerlich,“ sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

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Giessen, den 13.02.2010

Neuerliche SWG- Gaspreiserhöhung kritisiert - wo bleibt die Strompreisreduzierung ?

Die Preisgestaltung der SWG geschehe immer noch nach „Gutsherrenart\". Die Klauseln in den Lieferverträgen mit den Gaskunden würden den Gasanbieter dazu berechtigen, bei Preissteigerungen am Ölmarkt den Gaspreis ordentlich anzuheben. Wann und in welchem Umfang aber Preissenkungen beim Öl über einen Preisnachlass beim Gas weitergegeben werden müssen, das stehe so genau nicht in den Verträgen. Da gebe es schon etliche widersprüchliche Gerichtsentscheidungen. Kaisers meint dazu : „Dem Kunden bleibt angesichts dieser Situation nur die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln und so Druck auf die verkrustete Branche auszuüben, die in Teilen immer noch versucht, aufgrund ihrer lokalen Marktmacht den Kunden ihre Lieferkonditionen zu diktieren.\"

Er verweist in dem Zusammenhang auf die Uneinheitlichkeit des „Gasmarktes\". 48 Gasversorger hätten ihre Preise zum Jahreswechsel 2009 sogar um 5,4 Prozent gesenkt. „Die Unterschiede haben mit der jeweiligen Beschaffungsstrategie der Unternehmen zu tun\", so Kaisers, und er ergänzt :„Gasversorger mit eher kurzfristigen Aktionen profitieren von günstigen Preisen an den Spotmärkten. Bei den SWG setzt man offenbar eher auf langfristige Lieferverträge und begründet das mit der Versorgungssicherheit. Dafür muss der Gaskunde dann die erhöhte Zeche zahlen.\"

 Es müsse auch daran erinnert werden, dass die unselige „Quersubventionierung\", d.h. die Aufrechterhaltung der defizitären SWG-Sparten (städtische Verkehrs- und Bäderbetriebe) ihren Preis hat. Das zahle jeder Strom- und Gaskunde über die Energiepreise der Stadtwerke  mit.

  Das neue Angebot der SWG für ein „attraktives Festpreisangebot\" sollten sich die Kunden gut überlegen. Wer sich binde, dem entgehe dich Chance, zu einem preisgünstigeren Anbieter zu wechseln und die „Planungssicherheit\" werde dann teuer erkauft.  

  Zum Strompreis verliere der Stadtwerke-Vorstand kein Wort, obwohl die Bundesnetzagentur verfügt habe, dass die Stromversorger ihre Netzgebühren deutlich senken müssen. Immerhin mache die Netzgebühr beim Strom rund 26 Prozent des Endpreises aus. „Da wäre allemal Spielraum für eine Preissenkung, aber bei den Stadtwerken scheffelt man lieber das Geld, wie die auf der SWG-Bilanzpressekonferenz vom September 2009 für den Bereich Strom vorgestellten Zahlen belegen,\" merkt der Mietervereinsvorsitzende kritisch an.

 

 

 

 

 

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