„Nach einer Studie des Bundesverbandes der Energieabnehmer (VEA) waren die Stadtwerke Gießen (SWG) im Jahr 2008 das siebtteuerste Fernwärmeversorgungsunternehmen in Deutschland. Es liegt der Verdacht nahe, dass die Stadtwerke Gießen im Jahr 2008 eine missbräuchliche Preispolitik betrieben und damit über Gebühr Mehrerlöse erzielt haben“, sagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

 

 

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Giessen, den 12.01.2010

Fernwärme der Stadtwerke Gießen ist überteuert

  Die Mieterschaft sei überproportional von der Preispolitik der Fernwärmeversorgungsunternehmen betroffen, da der Anschluss an Wärmenetze gerade in Siedlungsbereichen mit Mehrfamilienhäusern erfolgt; dort sei die Mietquote besonders hoch. Der bislang nicht liberalisierte und kaum regulierte Fernwärmesektor werde für die Mieterschaft zu einem immer größeren sozialen Problem, da die sogenannte „Zweite Miete\" einen beträchtlichen und in der Tendenz steigenden Kostenblock darstellt. „In der nicht unwesentlich von Fernwärmeversorgung geprägten Stadt Gießen (23.000 von insgesamt 75.000 Einwohnern werden mit Fernwärme beliefert) müssen wir uns ständig dem Thema Energiepreisentwicklung widmen. Hierbei ist der Fernwärmesektor auch wegen der Intransparenz ein besonderes „Sorgenkind\", meint Kaisers.

  Nach der neuen VEA-Studie für das Jahr 2009 gebe es zwar wegen der Preisnachlässe der Stadtwerke Gießen um über 30 Prozent Zeichen der Beruhigung. Erstaunlich sei allerdings, dass die Preissprünge nur leicht abweichend an die jeweilige Entwicklung des Gaspreises und damit indirekt an den Ölpreis gekoppelt seien, obwohl die Wärme der Stadtwerke neben Erdgas auch aus anderen Primärenergieträgern (z.B. Holz und Biogas) erzeugt wird. Zudem würden für die Stadtwerke in vielen Produktionsstätten Erträge aus der gleichzeitigen Stromproduktion in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK-Anlagen) anfallen, was sich beim Fernwärmepreis im Gegensatz zum Gaspreis eigentlich preismindernd auswirken sollte; die KWK-Anlagen würden größtenteils mit Erdgas betrieben.

 Der Mieterverein verlangt von den Stadtwerken, ihre Preise für Gas und für die Fernwärme endlich transparent zu machen, um jeglichen Verdacht eines Preismissbrauchs aufgrund des lokalen Monopols auf dem Fernwärmesektor auszuräumen.

„Fernwärme ist aus ökologischer Sicht sinnvoll. Das darf aber nicht dazu ausgenutzt werden, dass sich Energieanbieter auf Kosten der Kunden ungerechtfertigt bereichern. Solange die Preisbildung der Stadtwerke undurchsichtig bleibt, kann ich Gießen ein solcher Missbrauch nicht ausgeschlossen werden\", heißt es abschließend in der Presseinformation des Mietervereins.

 

 

 

 

 

 

 

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