“Die Wohnkostenbelastung hat 2009 Rekordniveau erreicht“, beklagt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. „Wir schätzen, dass in Gießen durchschnittliche Mieter-Haushalte über 40 Prozent ihres Nettoeinkommens für die Wohnung ausgeben müssen“.
" />
Giessen, den 07.01.2010
Für die Mieter insgesamt liege die Kaltmiete im zu Ende gegangenen Jahr um 1,2 Prozent höher als 2008. Damit seien die Kaltmieten in Deutschland dreimal so schnell gestiegen wie die allgemeinen Lebenshaltungskosten, die sich nur um 0,4 Prozent nach oben entwickelt hätten. Nach Feststellungen des Bundesverbandes der Immobilienberater, Makler, Verwalter Deutschlands (IVD) hätten die Wohnungsmieten in Gießen bei Neuvermietung, je nach Größe, Lage und Alter einer Wohnung, zwischen 5,- und 8,50 Euro gelegen. Der Mittelwert liege bei 6,- Euro. „Das deckt sich mit unseren Erfahrungen in der Rechtsberatung", meint Kaisers.
In bestehenden Wohnungen hätten Mieter im Bundesgebiet zuletzt durchschnittlich im Monat 5,84 Euro pro Quadratmeter gezahlt. Die Mieten in Städten wie Wiesbaden, Frankfurt, Stuttgart, Köln, Düsseldorf oder Hamburg seien um etwa 20 bis 30 Prozent höher - in München sogar um 70 Prozent. Bei neuen Vertragsabschlüssen komme ein Aufschlag von etwa 10 Prozent hinzu. „Die Koalition in Berlin muss prüfen, ob die Neuvermietungsmiete gedeckelt werden kann," so Kaisers.
Weiter problematisch sei die Belastung aufgrund der „zweiten Miete", den Nebenkosten. Die Gebühren für Wasser seien 2009 um 1,7 Prozent gestiegen, für Abwasser um 1,0 Prozent und für Müll um 0,3 Prozent. Unterschiedlich hätten sich die Energiepreise entwickelt: „Strom wurde um 6,3 Prozent teurer, Gas um 3,1 Prozent. Der Preis für Heizöl sank dagegen um rund 33 Prozent. Davon werden die Mieter aber erst im Frühjahr 2010 bei der Nebenkostenabrechnung für 2009 profitieren," sagt Kaisers.
Er forderte die Vermieter in diesem Zusammenhang auf, den aktuellen Tarif ihres Versorgers anhand eines Internetkalkulators zu vergleichen und bei eklatanten Preisunterschieden den Anbieter zu wechseln. Nach Recherchen des Mietervereins liegen die Gaspreise in Gießen derzeit um 30 Prozent auseinander, ähnlich ist es beim Strom.