Gießen, den 07.10.2009
Obwohl sich der Wettbewerb auf dem Stromsektor mittlerweile insoweit entwickelt habe, dass der Endverbraucher aus mehreren Dutzend Anbietern auswählen könne und sich ein Wechsel schnell und unkompliziert vollziehe, existiere ein wirklich funktionierender Markt immer noch nicht. Das liege zum einen daran, dass leider immer noch zu wenige Haushalte ihre Chance nutzen, den Strom von einem günstigeren Anbieter zu beziehen. Die weitaus meisten Menschen würden den Preis für Strom gar nicht kennen, mehr als die Hälfte der Kunden zahle deshalb noch immer den teuren Grundversorgungstarif, der zudem am stärksten steige. Das mache es teuren Anbietern wie den Stadtwerken leicht, die Preise hoch zu halten.
Zum anderen sei die Preisbildung an der Strombörse ein Problem. „Zwar folgen die Preise dort im Prinzip dem Marktgesetz von Angebot und Nachfrage, doch während die Nachfrage nach Strom nur relativ gering schwankt, können die Bewegungen beim Angebot, also den Kraftwerken, den Preis deutlich beeinflussen. Und die Stromerzeugung liegt in Deutschland weiterhin zu 80 Prozent bei den vier Energieriesen EON, RWE und Co. Die Marktmacht dieses Oligopols ist ungebrochen und solche Kartelle neigen zu Manipulationen \\\\\\\", so Kaisers und er fügt hinzu :\\\\\\\" Nur der zügige Ausbau der dezentralen und ökologisch verträglichen Energieerzeugung kann da weiterhelfen.\\\\\\\"
Es sei zudem bemerkenswert, dass der Strompreis binnen Jahresfrist für die Haushaltskunden deutlich gestiegen sei, während er für die meist industriellen Großabnehmer zurückgegangen ist. „Zahlen hier wieder einmal die Kleinen für die Großen ? Wie handeln hier die Stadtwerke Gießen\\\\\\\", fragt der Mietervereinsvorsitzende.
Obwohl die Stromnachfrage aufgrund er schlechten Wirtschaftslage in den ersten Monaten des Jahres 2009 deutlich gesunken sei, habe der Strompreis in Deutschland um mehr als 1 Cent pro Kilowattstunde angezogen. Das sei gegen alle Marktlogik. Und deutscher Strom gehöre schon seit langem zu den teuersten in Europa.
Kaisers fordert die Stadtwerke Gießen auf, ihre Stromtarife schnell und spürbar zu senken.\\\\\\\" 5-8 Prozent sollten es mindestens sein\\\\\\\", so Kaisers.