Giessen, den 17.08.2009
„Der Gaskunde sollte sich allerdings nicht darüber hinweg täuschen lassen, dass die letzte Preissenkung nach dem Motto „kaum wird\'s warm, fallen die Preise\" erst zum Ende der Heizperiode 2008/09 am 1.4. in Kraft getreten ist, sodass man davon kaum profitieren konnte. Denn 80 Prozent des Heizgases werden in den Monaten Oktober und März verbraucht\", sagt der Vorsitzende des Vereins, Stefan Kaisers. Und er fügt hinzu: „Schon jetzt deutet der Vorstand des Unternehmens vorsichtig wieder eine Preisanhebung für Gas im Januar an\".
Von einer Senkung des Strompreises, noch im Juni von den SWG angedeutet, sei jetzt gar nicht mehr die Rede. Herr Siekmann brüste sich mit der Preisstabilität beim Strom, obwohl viele Konkurrenten deutlich niedrigere Stromtarife anbieten. Kaisers hält den Stadtwerken vor, den Wettbewerb zu verschlafen und eine falsche Einkaufsstrategie für Strom zu betreiben. „Wer die gesamte Strommenge für ein ganzes Jahr oder große Teile des Jahresbedarfs per „Vollversorgungsvertrag\" im Voraus beim Stromerzeuger ordert, egal wie hoch der Börsenpreis für Elektrizität ist, der handelt klar zu Lasten der Endkunden,\" meint Kaisers. Die Fixierung der WG allein auf die Versorgungssicherheit sei heute ganz unangebracht, da es genug Strom gibt.
„Strukturierte Beschaffung\" sei das Stichwort für eine moderne, zeitgemäße Einkaufspolitik, die schon eine Reihe kleinerer Stadtwerke in Deutschland erfolgreich praktizieren. Hierbei werde nur eine geringe Grundausstattung an Megawatt geordert und bei Mehrbedarf kurzfristig weitere Kontingente an der Strombörse dazugekauft, wobei die immer wieder auftretenden Preiseinbrüche und -schwankungen am Großhandelsmarkt geschickt ausgenutzt werden. Mit einem solchen Vorgehen könnten Versorger ihre Kosten um gut 10 Prozent drücken.
Auch die Gründung von Einkaufskooperationen sei ein geeignetes Mittel, um den Preissenkungen beim Strom zu erreichen.