Gießen, den 11.07.2009
2008 wurden noch 175.927 Wohnungen neu gebaut, 16,5 Prozent weniger als 2007 und damit so wenig wie noch nie seit 1950. Berücksichtigt man nur die Wohnungsneubauzahlen in neu errichteten Gebäuden, dann sind die Fertigstellungszahlen auf 155.820 Einheiten zurückgegangen, 17,5 Prozent weniger als noch 2007. Der Löwenanteil der neu errichteten Wohnungen entfiel auf Einfamilienhäuser (78.885 Einheiten) und auf Gebäude mit zwei Wohnungen (17.484 Einheiten).
„Diese Wohnungsbauzahlen sind alarmierend. In dem für Mieter und für Ballungszentren so wichtigen Mehrfamilienhausbereich sind 2008 nur noch 54.615 Einheiten neu gebaut worden. Das ist viel zu wenig\\\\\\\", sagte Kaisers.
Mit Blick auf die aktuellen Wohnungsbaugenehmigungszahlen fürchtet der Chef des Mietervereins, dass sich die Zahlen 2009 weiter verschlechtern. 2008 seien im Vergleich zu 2007 rund 4 Prozent weniger Wohnungen neu genehmigt worden. Das bedeute, 2009 würden noch einmal deutlich weniger Wohnungen fertiggestellt werden als 2008. Ein Rekordtiefstand jage den nächsten. Eine solche Verknappung des Wohnungsangebotes werde bald deutliche Mietsteigerungen nach sich ziehen.
Der Mieterverein fordert die Bundesregierung auf, Förderinstrumente zu entwickeln, mit denen der Wohnungsneubau insbesondere in Ballungszentren und Universitätsstädten wieder angekurbelt werden kann. „Zulagensysteme oder regional differenzierte Abschreibungsmöglichkeiten sind hier denkbar. Wichtig ist, dass nur da gefördert wird, wo auch tatsächlich Neubaubedarf besteht\\\\\\\", sagte Kaisers.