„Wenn die Behauptung der Stadtwerke Gießen (SWG) zutreffend wäre, dass der Gaspreis an den Ölpreis gekoppelt sei, dann müssen die Gaspreise unverzüglich weiter gesenkt werden“, fordert der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers.

 

 

 

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Gießen, den 16.06.2009

Stadtwerke Gießen müssen Gaspreis weiter senken !

 

Der Ölpreis sei nach seinem historischen Höchststand von über 150 Dollar pro Barrel im letzten Quartals des Jahres 2008 auf unter 50 Dollar gefallen. Inzwischen sei er wieder leicht gestiegen. Die Stadtwerke hätten zwar den Gaspreis im April 2009, pünktlich zum Ende der Heizsaison ( 80 Prozent des Heizgases werden in den Monaten Oktober bis März verbraucht !), um lediglich 20 Prozent gesenkt. Aber noch im Oktober des Vorjahres sei er aber um 27 Prozent angehoben worden.

 

  Kaisers sieht deshalb beim Gas ein weiteres Senkungspotential von wenigstens 15 Prozent . Den Stadtwerken wirft er vor, nur einen Teil der gesunkenen Einkaufspreise an ihre Kunden weiterzureichen und damit ungerechtfertigte Gewinne zu Lasten der Verbraucher einzufahren. „Da die SWG ihre Lieferverträge mit den Vorlieferanten unter Verschluss halten, kann niemand sagen, ob eine Preissenkung nicht schon viel früher hätte erfolgen können\", so der Mietervereinsvorsitzende.

 

  Unter dem Deckmantel eines angeblich freien Wettbewerbs auf dem Gasmarkt, auf dem nach wie vor wenige Gasimporteure eine marktbeherrschende Stellung haben, weil sie über die Verteilnetze sowie die Gasspeicher verfügen und dafür überhöhte Netzentgelte verlangen, werde in Deutschland der Verbraucher kräftiger als je zuvor ausgeplündert. In vergleichbaren Ländern Mitteleuropas  zahle der Gaskunde deutlich weniger, etwa in Großbritannien für 16.000 KWh Gas 600 Euro, in der Schweiz 800 Euro und in Deutschland 1000 Euro. Und das liege nicht an den Steuern und Abgaben hierzulande.

 

 Die Marge der Gaswirtschaft, also die Differenz zwischen Import und Verbraucherpreis, habe sich in den letzten Jahren ständig erhöht : von 2,4 Cent/KWh im Jahre 2002 auf 3,2 Cent/KWh im Jahre 2008. Wegen des zweiprozentigen Produktivitätsfortschritts hätten diese Margen deutlich sinken müssen.

 

  Aufgrund des immer noch unzureichenden Wettbewerbs müssten die Verbraucher in Deutschland in diesem Jahr nach Schätzungen von Fachleuten rund 2 Mrd. Euro zu viel bezahlen. „Das liegt auch daran, dass viel Verbraucher zu bequem sind und sich scheuen, zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln. Dabei besteht zwischen dem günstigsten Anbieter und dem Grundversorgungstarif der SWG bei Abnahme von 20.000 KWh Gas eine Preisspanne von 251,20 Euro pro\", sagt Kaisers abschließend.

 

 

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