Viele Gaskunden der Stadtwerke Gießen (SWG) haben sich gewiss gefreut, dass die Preise für Gas zum 1. April um 20 Prozent gesenkt wurden. Der Mieterverein hatte in einer Presseerklärung die Senkung zwar begrüßt, sie aber als viel zu spät und im Umfang zu gering bezeichnet.
" />Giessen, den 28.04.2009
Die drastischen Preisanhebungen des Jahres 2008 seien mit der jetzigen Senkung bei weitem nicht wettgemacht.
„Die Stadtwerke haben ihren Gaspreis seit dem Sommer 2008 nur halb so stark gesenkt wie es der rapide gefallene Ölpreis ( von über 100 Dollar auf 50 Dollar pro Barrel) ermöglicht hätte\", kritisiert der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers, und fügt hinzu : „Für einen repräsentativen Privathaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden ergäben sich so \"ungerechtfertigte Mehrkosten\" in Höhe von 150 Euro für 2009. Für die Gasversorger bedeutet das allein im ersten Halbjahr 2009 einen Mehrerlös von einigen hundert Millionen Euro.\" Die immer wieder gebetsmühlenhaft vorgetragene Begründung der Stadtwerke für ihre Gaspreisanhebungen in den letzten Jahren, nämlich die Bindung des Gaspreises an den Ölpreis, werde Lügen gestraft. Bei jeder Ölpreissteigerung schlage der Versorger beim Gaspreis gleich kräftig auf, bei einer Ölpreissenkung sei er zögerlich und gewähre nur bescheidene Preissenkungen.
Deshalb rät der Mieterverein allen Gaskunden, zur Sicherung ihrer Ansprüche gegen die SWG auch gegen die erfolgte Preissenkung unter Berufung auf § 315 BGB Widerspruch einzulegen. Der Paragraf verlangt vom Gasanbieter, dass er seine Preise „billig\", d.h. angemessen, gestaltet. Es sei davon auszugehen, dass die jetzt erfolgte Preisreduzierung zu niedrig ausgefallen sei und die Stadtwerke Gießen sich auf diese Weise weiterhin Einnahmen verschaffen, die ihnen nicht zustehen. Mieter, die nicht in direkter Kundenbeziehung zu den Stadtwerken stehen, sollten ihren Vermieter bitten, den Widerspruch für sie zu erklären.
Das Muster eines solchen Widerspruchsschreibens findet man auf den Internetseiten des „Bundes der Energieverbraucher.de\".