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Giessen, den 14.02.2009
Beim Mieterverein erinnert man daran, dass die Stadtwerke Gießen AG (SWG) zuletzt am 1.1.2009 unter Hinweis auf stark steigende Brennstoffkosten und hohe Großhandelspreise ihre Preise um 9 Prozent auf Rekordniveau angehoben hätten. Dabei seien die fossilen Brennstoffe Kohle, Gas und Öl deutlich billiger geworden. Strom werde zu mehr als 50 Prozent aus Gas und Kohle gewonnen, heißt es in der Erklärung des Mietervereins. Deshalb könnte der Strom der SWG deutlich billiger sein.
„Warum ist er es nicht ?\" fragt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers. Er gibt auch gleich die Erklärung : „Die SWG haben sich zu Zeiten deutlich höherer Preisnotierungen an der Strombörse zu teuer mir Stromkontingenten eingedeckt. Im August 2008 kosteten an der Leipziger Strombörse 1000 KWh 80-100 Euro, im Januar 2009 nur 50-60 Euro. Jetzt gibt das Unternehmen die hohen Einkaufspreise an die privaten Haushalte weiter und vertraut darauf, dass die Kunden es schlucken.\" Preissenkungen würden allenfalls für 2010 in Aussicht gestellt.
Während die Stromerzeuger, Konzerne wie RWE oder E.O.N., ihren Strom bereits lange im Voraus verkauft hätten, kämen ihnen jetzt die günstigen Brennstoffkosten zugute. Die großen Produzenten hätten längst ihr Geld verdient, viele örtliche Versorger aber zu hohen Preise eingekauft. „Und die Zeche zahlt mal wieder der Endverbraucher\", so Kaisers. Er ist der Überzeugung, dass Strom heute um 5-10 Prozent billiger sein müsste. Aber die Stromkunden seien nicht hilflos dem Missmanagement der SWG ausgeliefert. „Sie haben schon seit geraumer Zeit die Wahl zwischen verschiedenen Stromprodukten und Anbietern, müssen aber endlich ihre Trägheit überwinden und die Initiative zum Wechsel ergreifen. Bei Lebensmitteln klappt das Vergleichen der Preise und Konditionen doch auch, warum nicht beim Strom? \", fragt Kaisers. Einige Stromversorger hätten ihren Strom deutlich günstiger eingekauft und würden deshalb billiger liefern. Wer sich jedoch in falscher Nibelungentreue an den örtlichen Versorger binde, der zahle eben überhöhte Preise.
Den Stadtwerken (SWG) gibt der Mieterverein die Empfehlung, ihre Einkaufspolitik zu ändern und nicht weiterhin darauf zu vertrauen, dass der treue Kunde jede Preisanhebung geduldig hinnimmt.