Gießen, den 17.10.2008
Er bezieht sich mit seiner kritischen Bemerkung auf die jüngste Ankündigung des Zweckverbandes Mittelhessischer Wasserwerke (ZMW), zum 1. Januar 2009 die Zählergebühr für die Wasserzähler um 1 Euro pro Monat zu erhöhen. Kaisers weist darauf hin, dass die ZMW in ihrem Jahresabschluss für 2007 gerade einen Gewinn von 683 000 Euro ausgewiesen haben. „Der neuerliche dreiste Griff in die Taschen der Kunden wird dem Unternehmen einen zusätzlichen Gewinn von 324.000 Euro pro Jahr beschaffen,“ so Kaisers, und er stellt die Frage : “Welche Leistungsverbesserung steht denn der Preisanhebung gegenüber ?“ Die Erhöhung sei unangemessen und nicht nachvollziehbar. Bei der Geschäftsführung der ZMW mache man sich noch nicht einmal die Mühe, die Preisanhebung den Verbrauchern gegenüber zu begründen. Die Preise würden von dem Wasserversorger mit Monopolcharakter dekretiert wie Gesetze im 19. Jahrhundert. Bedauerlich sei, dass im Vorstand und der Verbandsversammlung der ZMW Kommunalpolitiker aller Parteien sitzen, die solche Beschlüsse zu Lasten der ohnehin schon finanziell stark belasteten Bürger mit abnicken würden.
Der Mieterverein erinnert bei der Gelegenheit daran, dass in der Landeskartellbehörde beim Hessischen Wirtschaftsminister mit Hochdruck an der Überprüfung der Wasserpreise in der Region Gießen gearbeitet werde. Dort halte man die Wasser-Endverbraucherpreise für überhöht und man sieht deutliche Senkungsspielräume (von bis zu 40 Prozent). Den Stadtwerken Gießen und der ZMW drohe dann eine Verfügung, ihre Wasserpreise zu senken, die wegen „Überdeckung“, zu hoch seien. Kaisers erklärt dazu :“Obwohl die Nachfrage nach Trinkwasser tendenziell zurückgeht, werden bei dessen Förderung größere Betriebskapazitäten als notwendig vorgehalten und dadurch entsteht ein unnötiger Aufwand. Mit den Kosten der „Überproduktion“ glaubt man in einer Monopolsituation problemlos den Endverbraucher belasten zu können.“