Gießen, den 06.06.2007
Vermieter sollen Strompreise kritisch vergleichen und ggf. den Stromanbieter wechseln
Wie der Vorsitzende des Mietervereins Gießen, Stefan Kaisers, erklärte, machten die Allgemeinstromkosten nach dem veröffentlichten Betriebskostenspiegel 2004 in Hessen zwar “nur” knapp 3 Prozent der kalten Betriebskosten aus. Doch reiche die Spanne der Allgemeinstromkosten von monatlich 2 Cent/m² bis 14 Cent/m². Im Durchschnitt lägen die Allgemeinstromkosten eines Mietshauses bei ca. 5 Cent/m² monatlich. Bei einer derartig großen Spannweite der Stromkosten und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Nebenkosten inzwischen 30 bis 50 Prozent der gesamtem Wohnkosten ausmachten, müsse jede auch noch so geringe Chance genutzt werden, um einem weiteren Anstieg der Nebenkosten entgegenzuwirken.
Kaisers wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass seit der Mietrechtsreform 2001 Vermieter gesetzlich verpflichtet sind, bei der Bewirtschaftung ihres Mietwohnungsbestandes den Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten. Dazu gehöre auch, regelmäßig den Strommarkt zu sondieren und ggf. zu einem preiswerteren Stromanbieter zu wechseln. Hierzu biete die neue Kurzinformation des Hessischen Wirtschaftsministers eine gute Hilfe. Würden die Vermieter wider besseres Wissen die Sondierung des Strommarktes unterlassen und führe dass zu überhöhten Stromkosten, könnten Mieter ggf. die Nebenkosten um den überhöhten Stromkostenanteil kürzen.
Aber auch die Mieterinnen und Mieter müssten mehr als bisher den Strommarkt im Auge behalten und sollten vor einem Anbieterwechsel nicht zurückschrecken, um ihre Haushaltsstromkosten zu senken. Nur wenn alle Stromkunden die Chance erkennen und die Vorteile des Wettbewerbs am Strommarkt nützen, biete dies ausreichend Gewähr dafür, dass die Stromkosten nicht weiter in den Himmel wachsen, erklärte Kaisers.
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