Gießen, den 11.05.2007

Mieterverein zum RP-Erörterungstermin für die geplante Müllverbrennungsanlage TREA

In der Diskussion um die Gefahren, die von dem Betrieb der geplanten Müllverbrennungsanlage TREA ausgehen, wird offenbar vergessen, dass die Luft in Gießen ohnehin schon eine beträchtliche Grundbelastung mit Schadstoffen aufweist. Die Ergebnisse der von der Messstation der Hessischen Landesanstalt für Umwelt kontinuierlich festgestellten Messwerte, z.B. für den gesundheitsschädlichen Feinstaub, aber noch stärker für die Stickoxide, sind bedenklich. Auch wenn der toxikologische Gutachter der Stadtwerke, Prof. Eikmann, bagatellisierend etwas anderes meint, kämen durch die zu befürchtenden Imissionen der TREA noch deutlich größere Belastungen hinzu, die nicht hinnehmbar sind. Auch ein erhöhter Schornstein verhindert das nicht, er verteilt die Schadstoffe nur breiter übers Land. Wenn bei einer Betriebsstörung das vorgesehene einstufige Reinigungssystems der Anlage ausfällt, würde das sofort dazu führen, dass erhebliche Mengen an Schadstoffen aller Art ( Schwermetalle, krebserregende Dioxine und Furane) in die Luft freigesetzt werden. Da eine kontinuierliche Emissionsmessung (Erfassung der Schadstoffe) am Schornstein nicht vorgesehen ist, könnte die Überschreitung der zulässigen Grenzwerte für die Schadstoffe erst Monate später festgestellt werden. Eine mehrstufige Reinigungsanlage (zwei nacheinander geschaltete Gewebefilter) würde die Sicherheit der Müllverbrennungsanlage und den Schutz der Bürger vor gesundheitsschädlichen Schadstoffen deutlich verbessern. Man darf die Stadtwerke Gießen deshalb nicht aus ihrer Verantwortung entlassen. Gerade von einem stadteigenen Betrieb muss verlangt werden, dass er eine Anlage betreibt, die nicht die gerade noch zulässigen Höchstwerte an Schadstoffen emittiert, sondern die zur Zeit technisch bestmögliche Reduzierung der Belastungen gewährleistet. Alles andere wäre ein fahrlässiger Umgang mit der Gesundheit der Bürger in Gießen. Mieterverein Gießen e.V

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