Giessen, den 14.11.2005
Was tun gegen Schimmel ?
Beim Mieterverein gibt man den Mietern und Eigentümern deshalb die folgenden Tipps, um dem Einzug der schädlichen Untermieter einen Riegel vorzuschieben :
Feuchtigkeit weglüften
In jeder Wohnung werden große Mengen Feuchtigkeit erzeugt, sei es beim Kochen, Baden oder auch nur während des Schlafes. In einem Drei-Personen-Haushalt sind Mengen von sechs bis 14 Liter Wasser pro Tag keine Seltenheit. Diese Feuchtigkeit ist ein idealer Nährboden für Schimmelpilze, wenn sie nicht abgelüftet wird, sondern an den kühlen Flächen der Wohnung sich niederschlägt. Mehrmals am Tag für 5 bis 10 Minuten Durchzug in der Wohnung zu machen, ist die beste Methode, um die warme und feuchte Innenluft gegen kühle und trockene Außenluft auszutauschen. Dauerlüftung mit gekippten Fenstern ist der falsche Weg, weil hierdurch die Räume auskühlen und die Heizkosten steigen. Ein einfaches Hilfsmittel zur Kontrolle der Feuchtigkeit in der Wohnung ist ein elektronisches Hygrometer, das man in den meisten Baumärkten kaufen kann. Zeigt das Gerät mehr als 65 Prozent Luftfeuchte an, sollte unbedingt gelüftet werden.
Richtiges Heizen
Damit Pilzen und Sporen der Einzug verwehrt wird, ist eine Raumtemperatur von 19-21 Grad Celsius ratsam. Gleichmäßiges Heizen ist wichtig, der Temperatur- unterschied zwischen verschiedenen Räumen sollte nicht mehr als 5 Grad Celsius betragen. Kühlere Räume wie das Schlafzimmmer sollte man tagsüber wie einen Kühlschrank behandeln, d.h. die Türe schließen. Beim längeren Verlassen der Wohnung sollte die Temperatur nicht mehr als 2-3 Grad abgesenkt werden.
Richtige Materialwahl bei Wandanstrichen und Innenausstattung
Acryl- und Latexfarben sowie versiegelte Oberflächen von Möbeln nehmen keinen Wasserdampf auf und erhöhen das Risiko, dass Feuchtigkeit auf den kalten Oberflächen kondensiert. Man sollte deshalb möglichst diffusionsoffene Anstriche und Materialien verwenden.
Mechanische Lüftungsgeräte
Für Berufstätige, die tagsüber nicht zu Hause sind, ist der häufige Luftwechsel durch das Öffnen der Fenster kaum zu realisieren. Durch den Einbau mechanischer Lüftungsgeräte kann Abhilfe geschaffen werden: Diese Geräte sorgen für die notwendige Grundlüftung, verbessern die Luftqualität und senken das Schimmelrisiko. Eigentümer, die eine grundlegende Sanierung planen, sollten sich über Kosten , Nutzen und Einsatzbedingungen der verschiedenen Anlagetechniken informieren.
Dämmung der Außenbauteile durch Haus- und Wohnungseigentümer
Schlecht gedämmte Teile der Gebäudeaußenhaut sind ein Einfallstor für Pilze und Sporen. Denn wenn sich die Feuchtigkeit an den kalten Außenwänden niederschlägt, finden sie hier idealen Nährboden. Dunkle Flecken an Wohnungswänden und Zimmerecken trotz ausreichender Beheizung und Lüftung sind dann die Folgen der falschen Wärmedämmung. Hier hilft nur, dass Haus- und Wohnungseigentümer eine Instandsetzung mit fachgerechter Wärmedämmung vornehmen. Denn die hebt die raumseitigen Temperaturen und senkt damit das Schimmelrisiko.
Druckversion