Giessen, den 04.11.2005

Mieterverein beklagt Resignation der Gaskunden

Die vom Mieterverein erhobene Forderung, die Kalkulation der Gaspreise offenzulegen, lehnen die Stadtwerke weiter mit der Behauptung ab, ihre Preise seien marktgerecht und angemessen. In der letzten Woche nun hat nun ein lokaler Gasversorger, die EON-Hanse in Hamburg, erstmals seine Bereitschaft erklärt, sich in die Karten schauen zu lassen. Man muss wissen, dass dort eine Sammelklage der Verbraucherzentrale läuft und das Gericht angedeutet hat, dass der Gasversorger faktisch ein Monopolsituation innehabe und eine Offenlegung der Kalkulation des Unternehmens gerichtlich erzwungen werden könne. Die Koppelung der Gaspreise an den Ölpreis, ein ständiges Argument auch der Stadtwerke in Gießen, ließ das Gericht nicht gelten. Die Angst der Stadtwerke Gießen vor einem Blick in ihre Bücher, so heißt es beim Mieterverein, sei um so weniger verständlich, als der Privatkunde augenblicklich keine Möglichkeit habe, den Gasversorger zu wechseln. „Wer nichts zu verbergen hat, der muss sich nicht so zugeknöpft geben“, meint Kaisers. Der Mieterverein verlangt nun von den Stadtwerken, die Eigentumsverhältnisse des Unternehmens der Öffentlichkeit darzulegen. Die Frage lautet: „Welche anderen Unternehmen sind an den Stadtwerken beteiligt, welche Verflechtungen gibt es ?“ Das sei deshalb von Bedeutung, weil bei vielen lokalen Energieversorgern auch die großen Energiekonzerne Anteilseigner seien. Solche Verflechtungen führten aber immer zu Abhängigkeiten, da die mächtigen Konzerne wie EON oder RWE den Endlieferanten ihre Konditionen vorgäben. Das könne durch langfristige Vertragsbindungen an den Ferngaskonzern geschehen oder durch Einflussnahme auf die Preis- und Geschäftspolitik. „Solange es den Energieunternehmen gelingt, sich der Kostenkontrolle und Transparenz zu entziehen, werden die Gas- und Stromkunden weiter in die Röhre schauen“, sagte Kaisers abschließend.

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