Giessen, den 12.10.2005
Mieterverein warnt Gaskunden vor dem Abschluss eines \"Fix-Gas-Vertrages\"
Die Mietervereine, Verbraucherzentralen und zahlreiche Politiker sowie das Bundeskartellamt halten die aktuellen Gaspreise bereits für überhöht und nicht gerechtfertigt. Viele regionale Gasversorger, so auch die Stadtwerke Gießen, haben die Gaspreise zum 1.Oktober 2005 um zum Teil über 10 Prozent angehoben. In den nun von einigen Versorgern angebotenen Festpreisen, die für ein Jahr Gültigkeit haben sollen, sind diese Erhöhungen bereits eingerechnet. Aber es kommt noch dicker. Schließt man einen solchen Festpreis-Vertrag ab, akzeptiert man nicht nur die Erhöhungen der letzten zwölf Monate, sondern auch einen weiteren Aufschlag. Der Festpreiskunde zahlt somit bereits ab dem ersten Tag deutlich mehr als ein Tarifkunde.
Nach Ablauf der Vertragsdauer muss man in jedem Fall die dann geltenden Preise akzeptieren.
Mit Werbeausagen wie etwa „Jetzt schnell zugreifen - Angebot ist limitiert“ oder „Planungssicherheit für beide Vertragsparteien“ soll den Gas-Kunden der Abschluss solcher Verträge schmackhaft gemacht werden. Auch wird darauf verwiesen, dass der Gasanbieter jegliche Preisrisiken während des einen Jahres übernehme und die seien aufgrund der eigenen negativen Prognosen beträchtlich.
Eine Nachfrage bei den Stadtwerken in Gießen habe ergeben, dass man dort zur Zeit solche Fix-Gas-Verträge nicht offeriere, man könne das aber für die Zukunft nicht ausschließen. Beim Mieterverein fordert man von den Stadtwerken, solche unseriösen Verträge erst gar nicht anzubieten.
„Wer einen Fix-Gaspreisvertrag abschließt, leistet der ohnehin zweifelhaften Preisgestaltung der Energieversorger Vorschub“, erklärt der Vorsitzende des Mietervereins, Stefan Kaisers, und er fügt hinzu: „Ein Protest gegen diesen Preis ist nach Vertragsschluss rechtlich nicht mehr möglich, denn man hat ihn mit seiner Unterschrift ja ausdrücklich akzeptiert.“
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