Gießen, den 23.01.2005
In der Heizsaison häufen sich die Schimmelprobleme
Kochen, waschen, duschen, Wäsche trocknen, Geschirr spülen - im Haushalt bildet sich tagtäglich eine große Menge an Wasserdampf. Auch der Bewohner selber gibt große Feuchtigkeitsmengen an die Umgebung ab: pro Tag etwa eine halben Liter über die Haut und mehr als einen Liter über die die Atemluft.
Weil früher die Fenster oft zugig waren, war das Lüften kein so großes Thema. Heute, im Zeitalter der Energieeinsparung, sind die Fenster gut abgedichtet, hochwertiges Isolierglas hat eine gute Wärmedämm-Beschichtung, die Energie sperrt und für ein behagliches Raumklima sorgt. Doch genau das ist es, wodurch die Gefahr von Schimmelbildung und Stockflecken an den Wänden steigt : Nur noch wenig Wärme geht durch das Glas verloren. Das bedeutet aber auch, dass die Kondensation nicht mehr wie früher an den Scheiben stattfindet, sondern eher an den Wänden - an den kältesten Stellen des Raumes. Und da bildet sich dann der Schimmelpilz.
Doch dem muss man nicht tatenlos zusehen. Regelmäßiges Lüften ist angesagt. Das heißt allerdings nicht, dass den ganzen Tag über die Fenster offen oder gekippt sein sollen - im Gegenteil. Die Fenster sollen die meiste Zeit geschlossen sein, um die Wärme nicht unnötig aus der Wohnung zu lassen. Entscheidend ist eine „Stoßlüftung“: Die Fenster werden weit geöffnet, um möglichst einen Durchzug herzustellen. Nach fünf bis zehn Minuten ist die verbrauchte feucht-warme Luft durch trockene Frischluft ersetzt. Wer das zwei bis drei Mal am Tag macht (im Bad nach jedem Duschen und Baden), bannt die Gefahr für Schimmel erheblich - und spart mit seinem Wärmedämmglas und luftdichten Fenstern auch noch Energie. Während des Lüftvorganges sollten die Thermostatventile an der Heizung auf null gestellt werden.
Wenn dennoch Schimmelbefall auftritt, spricht vieles für einen baulichen Mangel, etwa eine unzureichende Isolierung der Außenwände.
Beim Mieterverein rät man den Mietern dazu, die Raumtemperatur und -feuchtigkeit mit einem Hygrothermometer zu kontrollieren. Temperaturen unter 17 Grad Celsius und Feuchtigkeitswerte über 70 Prozent sollten vermieden werden. Solche batteriebetriebenen elektronischen Messgeräte sind gar nicht so teuer und in Baumärkten erhältlich.
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