Giessen, den 14.12.2010
Wie die Messergebnisse der Mess-Station des Hessischen Landesamtes für Umwelt in der Westanlage zeigen, gebe es nahezu keinen Tag, an dem der Grenzwert für NO2 durchgängig eingehalten werden könne.
Stickstoffdioxid ist eine hochgiftige Verbindung, die aber in geringen Konzentrationen kaum wahrgenommen werde. Eingeatmetes Stickstoffdioxid löse Kopfschmerzen und Schwindel aus. Höhere Konzentrationen könnten Atemnot und Lungenödeme auslösen. „Bei längerer Einwirkung können höhere Konzentrationen der Stickstoffoxide zu chronischer Bronchitis oder auch zu einer Erhöhung der Empfindlichkeit gegenüber Atemwegsinfektionen führen", heißt es in einer Stellungnahme des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie.
„Die chemische Verbindung entsteht bei der Verbrennung", so Kaisers. „Hauptemittent ist der Verkehr, allerdings tragen auch die Gebäudeheizungen und Industriekraftwerke dazu bei. Am effektivsten kann NO2 in großen Kraftwerken begrenzt werden, da hier spezielle Entstickungsanlagen zur Rauchgasreinigung eingesetzt werden. Beim Verkehr ist das Problem größer, da nur eine chemische Umwandlung des NO2 in reinen Stickstoff das Problem derzeit lösen kann."
Die EU habe leider erst mit der Euro 6-Norm entsprechend geringe Emissionsgrenzwerte für Stickoxide festgelegt, die allerdings erst ab 2014 für Neuwagen erfüllt werden müssten.
„Den Verantwortlichen im Magistrat ist die hohe Stickstoffbelastung in der Gießener Luft, trotz der Existenz eines „Luftreinhalteplanes", bekannt. Auf Lösungsvorschläge muss man gespannt sein. Hoffentlich versuchen das Land Hessen und die Stadt Gießen nicht auch bei diesem Luftschadstoff wie beim Feinstaub „auf Zeit zu spielen" und „das Problem auszusitzen", argwöhnt Kaisers.